Es ist kurz vor Weihnachten und ich befinde mal wieder im wenig verschneiten Erzgebirge. Mittlerweile bin ich diesem kleinen vergessenen Örtchen Jahnsdorf so bekannt wie ein bunter Hund. Alle wollen ihren Plausch, wenn ich um “dreie nach der Schicht” entlang der Hauptstraße schlendere. Wären da nicht diese Verständnis-Probleme. Auf Frau Tappe, die Besitzerin von der Pension Sonnenschein, habe ich mich sprachlich eingestellt, wenn sie mir in herrgottsfrüh das Rezept von der Weihnachtsgans erzählt (wo ich doch überhaupt nicht kommen kann). Und danach, auf Arbeit in der Nähwerkstatt? Was sind SHIITS oder SHIERTZ? Scherz oder Schürzen? Nein SHIATS! HÄH? Würde jetzt meine Tochter Toska antworten. – Ich stehe auf der Leitung, Shirts (!), ganz einfach, haben sie doch gesagt!
Aber der Brüller war heute am frühen Abend, als ich zum wiederholten Male in das Keramik-Cafe (der einzige Laden, in dem man nicht nur Zigeuner-, Pusta oder Pllzrahm-Schnitzel zu essen bekommt). Unten quält sich jemand talentlos an der Töpferscheibe, auf der Galerie ist das Restaurant. Also, ich grüße vertraut in die Runde und bestelle zur Feier des Tages, denn morgen geht es wieder in den Westen, die Gänsekeule mit Rotkraut. Selbstgemachte Klöße lasse ich aus Figurgründen weg, verzichte allerdings nicht auf den Glühwein. Nach 15 min. kommt das herrliche Gänsebein. Ich säbel hier und schneide da – das ruft die Kellerin vom Tresen rüber: “Na, isndastätnet Scheiß!” – Ich denke, ich höre nicht richtig. “Scheiß?!” – Nun, ein wenig zäh ja, aber so schlimm würde ich es nicht beurteilen. Ich lächele diffus zurück und weiß nicht so recht, was darauf antworten. Ich MUSS mich verhört haben, sonst wäre das Küchenmeuterei. Sie lächelt und wiederholt noch etwas lauter und ein wenig gezwungen hochdeutsch: “Ts heiß!” Ah, ja klar, nicht “scheiß”, sondern “heiß”. “Gänsefleisch heiß”, was denn sonst, ich Wessi-Designer-Hochdeutsch-Depp.
(Fotos folgen, become ich nicht von meinem Handy rüber, ich Wessi-Designer-Technik-Depp.)
Dear international followers, I am very sorry, but this story I have to tell in German. Since three days I am again in the Erzgebirge to finish our sample collection of Fall/Winter 2012-13 and I am “lost in translation”. It is a region where they have a very particular accent that is hard to understand.
