“T – Y – S – Z – …”, es ist bestimmt das 20. Mal, dass ich meinen Nachnamen anfange zu buchstabieren. Schon beim Blick über den Tresen von der Visa-Ausgabe am Kuwait Airport sehe ich, dass die mit dieser Buchstaben-Kombination auf der Tastatur sich gnadenlos verhakeln. Es ist 3.50 nachts, ich bin hundemüde, und das einzige, was bei mir ankommt ist ein grimmeliges Stirnrunzeln des Beamten. “What’a your first name, Bördet?” Kopfschlackern nun von meiner Seite, so ähnlich, aber was soll’s, hilft auchnicht wirklich weiter. Da habe ich in Hamburg noch gelästert, dass ich bei meinem “Bridget-Glück” wahrscheinlich als Inhaftierte in den Abendnachrichten lande. Wo – ist – das – Problem?!!!! Immer wieder wird etwas in den Computer geklopft, Kollegen werden zur Hilfe gerufen. Mein niegelnagelneuen Elektronik-Pass wird betrachtet, als hätte ich ihn eben noch selbst zusammen gebastelt – und dabei tippen sie auf die Moskau-Einträge. Also gut: If you are Birgit Tyszkiewicz, you are a Russian spy”. Ein smarter schwedischer Geschäftsmann bietet mir seine HIlfe an. – Nein, nein, geht schon, verfolgen sie bitte nur heute die Abendnachrichten, ob dort mein gequälteste Lächeln aus dem Knast auftaucht.
Charme-Attacke zu nachtschlafender Zeit. Jetzt kenne ich sie alle aus der Visum Abteilung: Mohamad, Abdulla, Nora … Ich weiß, wieviele Kinder sie haben, wie lange sie arbeiten, dass Deutschland “a very nice country” ist … und verspreche, beim nächsten Besuch – joviales gegenseitiges allzu lautes Lachen – unbedingt ganz, ganz viel Roma e Toska mitzubringen. Es klappt: 5.00 Uhr morgens ist der Stempel auf dem Visum. Wir schütteln uns gegenseitig die Hände und versprechen, uns bald wieder zu sehen. 5.15 Uhr ist dann auch mein einsamer Koffer gefunden und ich im Limousinen-Service auf dem Weg zum Hotel und nicht in den Knast, ohne medienwirksame Erwähnung in den Abendnachrichten. Inshallah!

